Freitag, 22. September 2017

Justine privat - Cover the Road


Das Leben spielt uns manchmal einige Chancen zu, um einige haben wir Jahre lang gekämpft und andere ergeben sich im Laufe einiger Zufälle. 
Die Problematik mit Chancen ist eigentlich offensichtlich: Wenn man eine sausen lässt, kommt sie vielleicht nie wieder. Nur dürfte es auch schwer werden, alle auf einmal wahrzunehmen. Es ist wichtig die Dinge genau zu betrachten und sich dann darüber klar zu werden was man eigentlich will, wo wir auch schon bei meinem Problem sind.
Ich sitze mitten auf einer Kreuzung. Bildlich gesprochen. Obwohl ich nicht behaupten kann, dass es nach einigen Alkoholausrutschern nicht schon einmal passiert wäre. Doch das ist nicht das Thema gerade. 
Vor mir sind gleich drei Wege, die nach mir brüllen, doch welchen davon ich gehen will, das weiß ich leider nicht - denn MEIN Weg ist leider nicht dabei. 
Die letzten 3 Jahre habe ich damit verbracht, mein Abi nachzuholen und mich halbtot zu arbeiten. Das alles nur, damit ich studieren kann. Natürlich klappt genau das jetzt nicht so schnell im Anschluss, wie ich es gern wollte. Irgendwas ist immer. 
Also sitze ich wieder im Arbeitsleben. 
Das Problem dabei ist, dass ich wieder anfange von dem zu träumen, was ich eigentlich will. Schreiben.


Haare: Directions Atlantic Blue
Eyliner: KAT VON D TATTOO LINER

Mittwoch, 20. September 2017

Meckermittwoch: Warum ich bei der Wahl rot sehe


Mit der Wahl ist es ein bisschen wie mit der Schule. Alle meckern rum, dass sie dort hin müssen, weil sie keinen Plan vom Stoff haben. 
Die „Protestwähler“ oder auch Nazis sind in meinem Gleichnis wohl die Mobber - oder doch die Gemobbten? Vielleicht sogar beides. 
Klar ist, man kann sie nicht einfach machen lassen. Denn dann hört der Terror in den Pausen niemals auf. In der deutschen Demokratie nennen wir die Nazis liebevoll AfD.
Die die Zuhause auf ihrem Sofa bleiben sind in meinem Beispiel die schlimmen Kids, die Schwänzer, die denen die Zukunft völlig am Arsch vorbei geht. Wer nicht wählen geht, macht gleich zwei Dinge: Nazis stärken und sich selbst jede Grundlage nehmen, sich später mal zu beschweren wie scheiße doch alles ist. 
Darum gehe ich auf jeden Fall wählen. So wie ich auch immer zum Chemie-Unterricht gegangen bin, obwohl ich gerade mal mein Tafelwerk verstanden habe. 
Dieses Jahr stehe ich zum ersten Mal vor einem Problem:
Ich bin unsicher, was ich wählen soll.
Das ich damit nicht alleine bin, hilft mir auch nicht wirklich. Im Gegenteil sogar, es macht mir eher Angst. Die Schwänzer versauen uns die Quote, und wenn wir Studien glauben schwänzen die meisten Schüler, weil sie Angst haben etwas falsches zu machen. 
Da stehe ich also mit den beiden Optionen die ich habe: 

Freitag, 15. September 2017

Justine privat - Der After Abi Blues

Die Bestimmung unseres Lebens ist nicht der Erfolg, sondern heroisches Versagen.
Robert Louis Balfour Stevenson

Ich befinde mich im Vakuum. 
Alle Prüfungen sind geschrieben, die Ergebnisse verkündet und ich habe immer noch nicht realisiert, dass es tatsächlich zu Ende geht. Die mündliche Prüfung ist die letzte Hürde gewesen. Danach startet ein neues Leben, auf das ich so lange hingearbeitet habe. Endlich habe ich den Schein, auf dem steht das ich klug genug bin um auf eine Uni zu gehen. 
Doch irgendwie weigert mein Gehirn sich das zu verstehen. In den letzten 3 Jahren wollte ich nichts anderes.
Endlich mein Abi in der Tasche habe und studieren gehen. Endlich wieder raus aus meiner Heimatstadt und dem immer gleichen Kreislauf.
Endlich ein richtiger Neuanfang. 
All die Tränen, der Schweiß, die Angst – sie sollten doch jetzt vorbei sein. Aber das sind sie nicht. Im Gegenteil, ich kann mich weder freuen noch spüre ich eine wirkliche Erleichterung. 
Meine Prüfungsnoten waren gelinde gesagt beschämend, die verfluchte Prüfungspanik hat mich gelähmt. Mein Schnitt ist also nicht einmal im Ansatz so, wie ich es von mir selbst verlangt habe (2,3). 
Es fühlt sich nicht nach einem Sieg an, sondern nach Versagen. „Denk daran was du alles nebenher machen musstest“, erinnert mich mein Freund gerne. Natürlich kann ich das nicht leugnen, ich arbeite soviel es geht, um die Tierarztkosten der letzten Monate zu decken und irgendwie auch das normale Leben zu organisieren.
Aber auch das klappt nicht. Ich stecke fest. Wieder einmal. Im Treibsand des Lebens. Mir fehlt die Zeit mich zu beglückwünschen oder zu bedauern, stattdessen geht es einfach immer weiter. Aufstehen, Arbeiten, Organisieren, hin und her. Ich finde kaum die Kraft mich darum zu kümmern, was danach geschieht. 
Ich habe das Zeugnis in der Hand. Die Bewerbungen sind geschrieben – all meine Wünsche erscheinen mit utopisch. Ich erscheine mir zu schlecht, für das bessere Leben nach dem ich mich gesehnt habe. Immer wieder drehe ich mich, um mich selbst, in der Hoffnung einen Weg zu finden, doch alles verschwimmt nur weiter.
„Nimm dir doch ein Jahr Zeit um alles zu überdenken“, wurde mir geraten. Doch auch da erscheint eine Blockade in meinem Kopf. Ich höre meine biologische Uhr ticken. Nicht weil ich eine Familie Gründen will, sondern weil mir bewusst ist das ich nicht noch einmal so jung sein werde. Irgendwann wird es zu spät sein um zu studieren, zu reisen, mich auszutoben und am Leben zu überfressen. 
Ich will nicht zurück schauen und wissen, dass ich früher hätte reagieren müssen. Meine Angst blockiert mich. Das weiß ich, aber ich weiß nicht wie ich es ändern soll. Hinter jeder Ecke scheint ein neuer Fehler, ein neuer Irrtum und ein neues Scheitern zu lauern. Also versinke ich weiter in meiner Routine, arbeite, bis ich umfalle und versuche zu verdrängen was ich längst weiß: Die Schule ist vorbei.
Zum dritten Mal in meinem Leben und auch zum letzten Mal. Wohin es gehen wird, was ich machen werde und ob mich das wirklich an mein Ziel bringt weiß ich noch nicht. Vielleicht werde ich es nach meinem letzten Sommer in der Heimat wissen. Vielleicht auch nicht. Im Moment ist meine Hoffnung, dass der enorme Druck in meinem Kopf aufhört, wenn endlich die letzten Antworten der Unis bei mir eingetroffen sind. 
Ob dann der Knoten platzt, der mich dazu bringt, nichts mehr spüren zu wollen? Wir werden es sehen. Und Ihr werdet es lesen.

Mittwoch, 13. September 2017

Meckermittwoch: Der Mindestlohn und der Verkauf deiner Seele

Bild von: http://maryjuanablog.blogspot.de/

Arbeit ist das halbe Leben - dass ist keine einfache Phrase oder neunmalkluger FB-Post zum teilen, sondern ein schlichter Fakt. 

Ich arbeite gerne, auch gern viel. Lange habe ich es nicht einmal neben dem Abi ohne einen Nebenjob ausgehalten. Die Zeiten in denen ich "nur" einen Job habe, beschränken sich auf wenige Monate in meinem Leben. 
Produktiv zu sein gehört zu meinem Leben, still sitzen ist mir zu langweilig. Dennoch, mehr als einmal in meinem Leben saß ich vor einem staubigen PC, trank meinen Kaffee und fragte mich selbst: Ist es das wert?
Die vielen Stunden meines Lebens, die ich mit einem Job verbringe und verbracht habe, den ich wenig bis gar nicht mag, bekomme ich nicht wieder. Es gibt keine Payback Punkte, die ich irgendwann einlösen kann. Die Zeit ist weg. Verschwunden. Ausgelöscht. 
Klingt ziemlich deprimierend und genau das, ist es auch. 

Der Mindestlohn wurde auf 8,84 Euro angehoben. Wow. Herzlichen Glückwunsch.

Immer wieder verfolge ich die Diskussion über den Mindestlohn. Ich hatte schon immer Nebenjobs, schon vor der Mindestlohngrenze. Teilweise habe ich für gerade einmal 4,50 Euro gearbeitet. Soviel war mir damals also meine Zeit wert. Dafür bekommt man heute nicht einmal mehr einen großen Eisbecher mit veganer Sahne.
Inzwischen wurde der Mindestlohn in Deutschland auf 8,84 Euro angehoben, ein kleiner Fortschritt und dennoch ein lächerlicher Preis für meine Arbeitskraft und die Lebenszeit, die ich dabei verkaufe. Würde jemand zu mir kommen, und mich fragen ob ich einen Tag meines restlichen Lebens für 212,16 Euro verkaufen käme mir der Preis ziemlich gering vor. Wer kann schon sagen, ob ich nicht vielleicht den vorletzten Tag so eben für einen Spottpreis verschachert habe? 
Natürlich haben wir Glück im Unglück - in anderen Teilen der Welt sieht die Lage wesentlich schlimmer aus. Doch ist es wirklich fair, nur weil es woanders unfairer ist?

Kein Weg aus der Mindestlohnfalle.

Viele, viele, zu viele Jahre meines Lebens habe ich mich mit dem mindesten an Einkommen zufriedengegeben. Gerade bei Nebenjobs ist es schwer einen Arbeitgeber zu finden, der bereit ist mehr zu zahlen. Es gibt zahlreiche andere Menschen, die für weniger zu arbeiten, nur damit sie überhaupt etwas mehr Geld in den bodenlosen Taschen haben. 
Darum ist es unter Schülern und Studenten so beliebt zu kellnern, der Mindestlohn wird zumindest durch das Trinkgeld etwas angehoben. An einem guten Tag kann man sich so 10 bis 40 Euro die Stunde dazu verdienen, je nachdem wo und wie man arbeitet. Doch auch Trinkgeld ist hinterhältig: Man kann sich nie darauf verlassen, ähnlich wie auf Provision.
Mal bleiben die Kunden aus von denen man abhängig sind, mal sind es Arschlöcher, denen man nicht in den Hintern kriechen will. Vielleicht hat man auch mal einen schlechten Tag oder schlicht das Pech, dass die Kundschaft genauso pleite ist wie man selbst. 


In unserer Welt dreht sich alles um Geld! 

Die bunten Scheine sind ein notwendiges Übel in unserer Gesellschaft, wenn man nicht nur existieren, sondern auch mal leben will. Bedenkt man, dass man in der Pizzeria um die Ecke für Essen und Getränke locker 10 -15 Euro zahlt, also fast zwei Stunden dafür arbeiten muss, wird einem schon komisch.
Menschenwürdige Arbeit soll dafür sorgen, von der eigenen Hände Arbeit leben zu können. Für viel mehr reicht der Mindestlohn ohne Überstunden und Aufstockungen auch nicht aus: Überleben. 
Dabei gibt es natürlich immer noch Branchen, die vom Mindestlohn ausgenommen sind. Von schwarzer Arbeit, die teilweise noch immer für unter 5 Euro die Stunde praktiziert wird, mal ganz zu schweigen. Jeder tut das, was er tun muss, um zu Überleben. 
Ich selbst bin da keine Ausnahme.
Aktuell kann ich nicht studieren, weil der Umzug zu teuer ist. Also gehe ich arbeiten und lege soviel es geht auf die Seite. Wirklich viel ist das nicht. 

Wir sind alle Huren und es macht uns nicht mal Spaß... 

Wir alle verkaufen uns. Verkaufen Zeit unsere Lebens, unsere Arbeitskraft, je nach Job sogar unsere Moral, Prinzipien oder Persönlichkeit. Wir passen uns an. Versuchen uns über Wasser zu halten, betteln um Gehaltserhöhungen und kriechen unseren Chefs so tief in den Arsch, dass wir auch gleich noch die Darmkrebsvorsorge machen könnten - und dass alles für Jobs, die wir nicht einmal mögen. Dass alles für Zahlen die nur auf unserem Bankkonto real werden. 
Ich habe noch nie verstanden, wie Menschen sich über Prostitution aufregen können: Wir sind alle Prostituierte. Nur dass es bei den modernen Huren weniges ehrlich zu geht: Du zahlst, bekommst dafür Sex und hast die Gewissheit, dass Dir jemand nur dass vorgespielt hat, was Du hören wolltest.
In einem Büro läuft die Sache anders, auch hier sind alle auf den Knien, rutschen herum und zeigen ihre Vorzüge - doch sie verkaufen sich nicht nur weit unter wert, sondern geben nicht einmal öffentlich zu, dass sie dafür extra einen Schauspielkurs besucht haben. 
Für den Preis von 8,84 Euro, wurde wohl keine gestandenen Professionelle auch nur den BH öffnen, wir aber setzten uns bereitwillig breitbeinig ins Büro und verkaufen unsere Würde. 
Ich für meinen Teil habe das Ganze ziemlich satt. Wenn ich mich schon verkaufen muss, dann wenigstens für etwas das sich lohnt und vielleicht noch Spaß macht.
Ich bin nicht faul, nicht dumm und nicht bereit mich Prinzipien zu unterwerfen, die ich nicht teile. Das hat mir schon oft ziemlich in den Arsch gefickt, um es hart auszudrücken. Ich bin Dauerpleite, rutsche von einem Job zum nächsten und hasse sie alle - und mich noch mehr dafür. 
Dennoch komme ich so ganz nicht davon los, denn ich liebe auch meine Wohnung, meinen Hund und vegan Sahne. Das alles muss davon finanziert werden, dass ich anderen in den Arsch krieche, Arbeit mache, die ich hasse und davon träume, es irgendwann aus diesem Kreislauf heraus zu schaffen. Ob mir das gelingt, werden wir sehen.

Das Abi und Studium als Ausweg? 

Ich habe das Abitur nachgeholt, weil ich mir erhoffe, nach dem Studium einen Job zu machen, der mich nicht ganz so dazu bringt, mir eine Waffe an den Schädel halten zu wollen (metaphorisch gesprochen). Trotzdem ist es ein Kampf gegen Windmühlen. Das Künstlerdasein ist hart, jede Arbeit, die etwas mit sozialen Engagement zu tun hat, ist unterbezahlt und alles, was damit zu tun hat, ordentlich Geld zu scheffeln, bedeutet im Umkehrschluss jemanden auszubeuten. Auf die ein oder andere Art. 
Die Wahl ist also immer die gleiche: Die oder Ich. Wir oder die. Auf den Knien rutschen oder es hinnehmen. Zugegeben ziemlich düstere Gedanken, aber dennoch versehen mit etwas Glitzerstaub aus meinen Träumen.

Sonntag, 10. September 2017

Mittagspause: Süße Verführung mit der Pornoqueen

Ich gebe es ja nur ungern zu, aber ich ernähre mich bei Weitem nicht sonderlich gesund. 
Das sehen vor allem Menschen, die mit mir zusammenarbeiten. An meinem Arbeitsplatz tummeln sich alle möglichen Leckereien. 
Schokolade und ich, dass gehört zusammen. Auch wenn ich mich manchmal dafür hasse. In der letzten Zeit stehe ich besonders auf die Schokolade von Schakalode.
Einmal im Monat gönne ich mir eine Großbestellung bei Alles-Vegetarisch. 

Meine zwei liebsten Sorten sind aktuell die weisse Bio Kakaotafel und die Standard Version. Genau das Richtige, wenn man mal wieder einen Durchhänger hat oder es einen einfach gerade nervt, dass man arbeiten muss. Ein weiterer Favorit für zwischendurch: Der Erdbeer Waffel Crunch Riegel von Vivani. 
Im Prinzip ist dieser der perfekte Yogurette Ersatz für Veganer. Im Sommer einfach unschlagbar. Nicht sonderlich originell aber dafür immer lecker: Oreos! 
Meine Güte, wie gut kann ich mich noch daran erinnern, als ich heraus fand, dass diese geilen Teile vegan sind! 
Glücksgefühl pur! 




Wo wir gerade bei Dingen sind, auf die wir alle scharf sein sollten: Das neue Buch von Sophie Andresky ist da! 
Das gute Stück heißt "HotelD´Amour" und es geht mal wieder ziemlich heiß zur Sache. 
Mich hat das weder gewundert, noch überrascht. Immerhin geht es um DIE Porno-Autorin Deutschlands. 
Wer eine tief gehende Story erwartet wird, enttäuscht, wer mehr über die weibliche Anatomie lernen möchte, ist hier genau richtig. 
Preis: 14,00 Euro
Verlag: Heyne Hardcore
Bewertung: 4 von 5
Im Prinzip ein Porno mit Rahmenhandlung und mehr Feingefühl, was den weiblichen Körper angeht. Ich habe genau das bekommen, was ich wollte. Nicht mehr und nicht weniger. Für alle, die sich von einem langweiligen Arbeitstag ablenken wollen, genau das Richtige.
Von mir eine klare Empfehlung, besonders da wir uns in der kalten Jahreszeit alle warme Gedanken machen müssen. 

Dienstag, 5. September 2017

Meckermittwoch: Fick Dich, Grauzone!

Haare: Directions Midnight Blue
Shirt: Flohmarkt Schnäppchen
Hose: super alt

Ich laufe durch den milden Sommermorgen zu meinem Nebenjob. Gerade biege ich um die Ecke, als ich einem Mädchen (oder sind wir schon Frauen, Britney?) fast in die Fersen trete. 
Ich sehe meinen überraschten Blick in der Spieglung ihrer XXXL Hipster Sonnenbrille, als sie mir einen Schulterblick zuwirft. Ihr Mund kräuselt sich dabei, als würde sie sich ekeln. 
Hey, so schlimm sehe nicht einmal ich morgen aus! 
Sie geht weiter und gibt mir damit die Möglichkeit sie eingehend zu mustern. Kenne ich sie vielleicht und habe mal etwas Unanständiges zu ihr gesagt? Mein Typ ist sie eigentlich nicht.
Die Haare sind von der etwas zu starken Blondierung heftig gekräuselt. Zum Glück hat die silbergraue Tönung noch vieles retten können. Ansonsten trägt sie schwarz. Die knall enge Jeans umschließt die dünnen Beine. Das langärmlige Shirt ist hoch gekrempelt und enthüllt das Tattoo einer Rose. Ich ziehe die Augenbrauen hoch, nein angebaggert habe ich sie sicher nicht. Irgendetwas an ihr gefällt mir ganz und gar nicht. 
Gerade will ich darüber nachdenken, ob ich sie vielleicht bei irgendeinem Konzert schon einmal gesehen habe. Doch dann schlägt mir der Aufnäher ihrer Umhängetasche entgegen. 

Still not loving Antifa.

Putzig. 

FCK NZS Tattoo by VäterchenVrost #götzi

So eine ist sie also. Darum auch die grauen Haare, wa? 

Ich dachte sie sei nur modisch im Trend, aber offenbar ist es ein Statement ala: Schaut her, ich bin in der Grauzone! Fehlt nur noch das „Ich, bin ja kein Nazi, ABER“ - Shirt. 
Die Grauzonenfraktion in Rostock ist leider erschreckend groß. Man erkennt diese ganz spezielle Art meist daran, dass sie nach 3 Bier alle Freiwild Songs rauf und runter grölen und anschließend versuchen zu erklären, dass sie ja keine Nazis sein können. 
Sie haben schließlich Polen als Freunde, ja sogar Russen! Kann man sich das vorstellen? 
Sie haben nichts gegen Ausländer, nur gegen die mit der etwas dunkleren Haut. Ist doch logisch. Immerhin sind die es ja auch, die unsere Frauen vergewaltigen. Die armen Mädchen trauen sich ja schon gar nicht mehr aus dem Haus, ohne sich in ihre Deutschland Flagge zu wickeln.
Diese einzigartigen Wesen des politischen Geschehens sehen ähnlich aus wie Nipster (halb Nazi, halb Hipster), gehen aber meist mehr ins Fitnessstudio, essen gerne Bratwurst und werden nicht müde zu betonen, dass sie völlig normale, nette Leute sind. 
Sie finden es halt nur doof, wenn andere Menschen nicht weiß sind und an einen anderen Gott glauben. Ich sage ihnen dann meistens das hier: 
Fick dich. 
Während das Mädel also noch vor mir herläuft, fange ich an „Ebony And Ivory“ vor mich hin zu singen. Man muss ja nicht immer gleich mit Steinen werfen. Dafür bin ich dann doch zu sehr Hippie, und ehrlich gesagt auch zu faul. Immer einen Stein dabei zu haben. Mit einem Buch könnte ich allerdings werfen, aber das habe ich noch nicht ausgelesen. Es muss also bei meinen schrecklichen Gesangskünsten bleiben.
Sie dreht sich etwas verwirrt um und ich schenke ihr ein strahlendes Lächeln. Wer weiß immerhin, was dem armen Ding zugestoßen ist, dass sie sich so entwickelt hat?
War es eine verlorene Liebe? Hat sie zu oft American Historie X geschaut? Und wenn ja, hat sie den Film verstanden? 
So viele Fragen, auf die ich wohl keine Antwort bekommen werde, stattdessen dreht sie sich noch einmal um und zischt ein „Scheiß linkes Pack“. Herzallerliebst. 
Wie kann ich meine Gefühle nur noch besser zum Ausdruck bringen? Ah ich habs: 
S'il vous plaît, Allez vous faire foutre, zone d'ombre!

Montag, 4. September 2017

Mittagspause: Brombeer Smoothie mit Jane Austen


Hui, schon wieder #Montag. 
Ich muss gestehen, nicht gerade einer meiner Lieblingstage. Der Wochenstart ist nicht immer einfach. Dennoch kann man sich genau das etwas versüßen.
Auch wenn der Sommer dieses Jahr nicht gerade auf Hochtouren läuft, stehe ich aktuell sehr auf Sommerliche Beeren Smoothies. 
Da ich ziemlich geizig bin, habe ich die meisten Beeren sogar selbst gepflückt. Im Hundepark um die Ecke gibt es bei uns riesige Sträucher mit #Brombeeren. Besser gehts nicht, oder?
Ähnlich sieht es auch mit Gänseblümchen aus. Ja, die kann man essen. Nein, das schmeckt nicht nach Wiese. Das ist toll und es sieht auch noch hübsch aus. 

Rezept:

3 Hände Brombeeren
2 Bananen 
1 Apfel 
1 Handvoll Gänseblümchen 
1 Schuss Agavendicksaft 

Gut püriert, Gänseblümchen dazu und zack. Das Beste für die Mittagspause. Zugegeben nicht gerade das „größte“ Rezept und in dieser Form sicher schon 2000 fach verwendet. Aber wir fangen ja auch gerade erst an. Das erste Rezept auf diesem Blog sollte nicht gleich etwas sein, für dass man extra in den nächsten BioMarkt rennen muss. 

Profi Tipp: 

Ab und zu schaffe ich es nicht meine Smoothies zuhause fertig zu machen. 
Kennen wir alle, oder?
Meine Favoriten sind dabei die Smoothies von „True Fruits“. Am liebsten die XXL Version. Denn die Glasflaschen benutze ich dann noch gute 6-12 Monate weiter für meine eigenen Smoothies. Die besten Flaschen die es gibt. Ich sag´s Euch. Nichts läuft aus, die perfekte Größe für einen 8 Stunden Arbeitstag und lecker sind die Dinger auch noch. 


Buch-Tipp: Jane Austen - Stolz und Vorurteile 

Ganz eindeutig lesen wir alle viel zu wenig Klassiker. 
Ich bin da ein gutes Beispiel, denn am meisten landen Thriller in meinem Regal. Ein guter Grund mehr, meine Klassik Sammlung zu erweitern. Dieses Mal gab es „Stolz und Vorurteile“.

Obwohl ich die  Geschichte schon kannte konnte ich bei dieser Ausgabe einfach nicht nein sagen. 
Jane Austen war eine der ersten Frauen die regelmässig etwas veröffentlichen konnten, wenn auch anonym. Ihre Signierung ging dabei in die Geschichte ein: by a lady
Allein deswegen finde ich ihre Bücher lesenswert. 
Inzwischen suche ich nach weiteren Klassikern der Literatur die sich dazu gesellen dürfen, habt Ihr Tipps?

Freitag, 1. September 2017

Hallo Welt, Bock auf ein vaires Leben?

Haare: Directions Lagoon Blue
Top: Kleiderkreisel

Da sitze ich also.
 
Die Sonne scheint vor meinem Fenster und zeigt mir deutlich, dass ich diese wiedermal putzen müsste. Dennoch bewege ich mich nicht vom Sofa, sondern versuche, irgendwie einen Anfang zu finden. Ein neuer Blog, ein altes Thema. Die große böse Welt, die gerade vor meinem Fenster so schön aussieht, irgendwie besser machen. Ich bin mir sicher, dass jeder von uns etwas dazu beitragen kann. Den meisten Menschen ist nur alles scheiß egal. Bei mir war das auch lange Zeit so.
Tierleid durch mein Würstchen? 
Pfff, als ob MEIN EINES WÜRSTCHEN da wirklich den Unterschied macht. Und außerdem braucht man doch Fleisch. Neandertaler und so, war früher auch so. 
Noch mehr Leid durch das Make-up in meinem Gesicht? 
Ja, genau. Nur, weil ich aufhöre, Kosmetik zu kaufen, die mit Tierversuchen hergestellt wird, wird sich sicher etwas ändern. Wer´s glaubt … 
Faire Klamotten? 50 Euro für ein Shirt? 
Kann ich mir nicht leisten, und außerdem wie ernähren die Kinderarbeiter ihre Familien, wenn sie keine Jobs mehr haben, nur weil Hippies meinen sie müssten irgendwie die Welt verändern. Bringt doch alles nichts.

Solche Gedanken hatte ich. 
Generation X - NO FUTURE. Alles ist egal, wir sterben eh jung. 

Darauf bin ich nicht sonderlich stolz, denn das meiste davon ist Bullshit, den man sich einredet damit man keinen Grund hat etwas zu ändern. Sich zu ändern ist immerhin Arbeit - und jeder weiß, dass Netflix und Chillen mehr Spaß macht. 
Trotzdem will ich all das nicht mehr. 
Ich will diese selbst auferlegte Arbeit und ich will mein Hippie Dasein erweitern. 
Das Thema Fleisch war, das erste was ich in meinem Leben geändert habe, danach kam der Rest. Immer schön langsam. Bloß keinen Druck. Wir wissen ja, dass es inzwischen Mode geworden ist, mit eben diesem nicht mehr umgehen zu können. Also immer artig einen Schritt nach dem anderen. Es ist ja nicht so, als würde die Welt morgen kollabieren. (Obwohl ich darauf nicht wetten würde.)
Nach und nach habe ich angefangen, über immer mehr Dinge nachzudenken. Denn auch der Gedanke: „Ich mach ja schon das hier, man kann schließlich nicht alles tun.“ - ist nach meiner Ansicht falsch. 
Sogar fahrlässig, besonders wenn man vorhat, sein Genmaterial noch weiter zu verbreiten. Wir können schon. Wir wollen noch nicht. 
Aber ich will. 



Also mach ich das jetzt. Dieser Blog soll mir dabei helfen. Und vielleicht helfe ich damit noch jemanden, der so denkt. Ich bin nicht perfekt. Wer jetzt erwartet, dass hier ständig HighClass Fäschöööön Bilder auftauchen irrt sich. So bin ich nicht. Ich werde auch nicht drei Stunden darüber reden wie ich aus einer veganen Lidschatten Plalette diesen oder jenen Look mache. Trotzdem werde ich mich über die ein oder andere Sache auskotzen (Meckermittwoch), Euch zeigen was man für Alternativen hat (Mittagspause) und Euch ein wenig an meinen Gedanken und Leben teilhaben lassen (Justine privat).
Weder Fisch, noch Fleisch, noch H&M Klamotten - immerhin gibt es doch so viele Alternativen. Wir müssen sie nur finden und uns trauen. Die Zeiten in denen Fahrtraid Klamotten aussehen wie verunglückte Experimente von Ökologie Studenten sind vorbei. Doch wirklich.
Ich werde es Euch zeigen.  
Habt Ihr da Bock drauf, oder bin ich allein?

Justine privat - Cover the Road

Das Leben spielt uns manchmal einige Chancen zu, um einige haben wir Jahre lang gekämpft und andere ergeben sich im Laufe einiger Zufäl...